Lean Startup

Wie baust Du Produkte, die Nutzer lieben?

17971983_10213361210243835_4222517802305009803_oProdukte bauen, die Nutzer lieben! Das ist Taners Passion. Als Interim Product Manager / Owner oder Coach hilft er etablierten Unternehmen und Startups, Produkte agil zu entwickeln, um mit Erfolg wirkliche Marktbedürfnisse zu bedienen. Im Interview haben wir mit ihm darüber gesprochen, warum die Lean Startup Methode für Startups, für neue Geschäftsbereiche und für innovative Produkte / Funktionen so wertvoll ist und wie er die Methode selber nach jahrelanger Erfahrung weiterentwickelt hat.

 

Deva (Academy Hamburg): Lieber Taner, Lean bedeutet “schlank” und meint in Lean Startup, dass es sinnvoll ist, Prozesse schlank zu halten, um sie agil Kundenbedürfnissen, Marktbedingungen, etc. anpassen zu können. Das klingt durchaus sinnvoll. Warum fällt es dennoch so schwer, sein Produkt flexibel entlang der Marktbedingungen zu entwickeln?

Taner: Mit coolen Ideen kann man relativ einfach viele Personen begeistern. Das verführt viele dann dazu auch nur in Lösungen zu denken. Dabei ist es viel entscheidender für den zukünftigen Erfolg, sich selbst zu Fragen, ob man überhaupt ein großes Problem löst (Pain Killer) oder nur etwas entwickelt, dass nur relativ wenig neuen Wert schafft (Vitamine). Diese und andere wichtige Fragen muss man sich allerdings bei jedem Startup / Produkt Vorhaben am Anfang stellen und beantworten. Das ist für viele anstrengend und langweilig und daher bauen viele direkt an einer Lösung weil das einfach auch am meisten Spaß macht.

 

Deva: Kann man sagen, dass Produkte, die lean entwickelt werden, erfolgreicher sind?

Taner: Ja, wenn man die Lean Startup Methode verwendet, steigert man seine Chancen Startups / Produkte in die Welt zu setzen, deren Überlebenswahrscheinlichkeit höher sind als wenn man einfach nur die erstbeste Idee umsetzt. Das erreicht man vor allem, indem man die für den Erfolg eines Vorhabens kritischsten Annahmen ganz am Anfang versucht so schnell wie möglich (nicht so billig wie möglich!) zu verifizieren oder falsifizieren.

 

Deva: Das Buch “Lean Startup” von Eric Ries, dem Begründer der Lean Startup Methode, ist ein Bestseller und die Methode scheint seit einigen Jahren einen regelrechten Hype zu erfahren. Glaubst Du, der Trend hält an?

Taner: In der Tat stellen immer mehr Unternehmen fest, dass die agile Entwicklung (Scrum, Kanban etc.) ihnen zwar dabei hilft die Dinge richtig zu bauen (HOW), ihnen aber nicht dabei hilft sehr früh festzustellen ob sie die richtigen Dinge bauen (WHAT). Das ist deshalb wichtig um im Wettbewerb keine Zeit zu verschwenden, sondern die wichtigen Ressourcen dazu zu nutzen, einen Vorsprung im Markt zu erarbeiten.

 

Deva: Du arbeitest schon seit einigen Jahren als Coach mit der Lean Startup Methode. Hast Du sie durch Deine Erfahrungen selbst ‘lean’ weiterentwickelt?

Taner: Das Buch Lean Startup ist zwar noch nicht so alt, aber aufgrund seines hohen Zuspruchs haben viele Gründer, Produktmanager, Entwickler und Designer in der Zwischenzeit einzelne Lean Startup Themen wie z.B. MVP, Vanity Metrics oder Product-Market-Fit in unzähligen Artikeln und weiteren Büchern wie Lean Analytics, Running Lean oder Lean UX vertieft. Diese Erfahrungen habe ich in mein Workshop Konzept einfließen lassen. Darüber hinaus habe ich mich gefragt, inwieweit Lean Startup mit anderen Frameworks wie Design Thinking oder Jobs-To-Be-Done harmonisiert oder sich ergänzt. Das Ergebnis ist, dass wenn man all diese Frameworks richtig miteinander verknüpft und anwendet, man echte Superkräfte entwickeln kann und dadurch über dem hinaus was Lean Startup anbietet man noch “leaner” neue Startups / Produkte bauen kann.

 

Deva: Was sind die Grundprinzipien von Lean Startup?

Taner: Die 5 Lean Startup Prinzipien lauten:

1. Entrepreneure gibt es überall: Auch in Konzernen, z.B. Produktmanager von innovativen neuen Vorhaben.

2. Entrepreneurship ist Management: Jedes innovative Vorhaben muss diszipliniert gemanaged werden, denn es sind vor allem die “langweiligen” Aufgaben, die über den langfristigen Erfolg eines Vorhabens entscheiden.

3. Validiertes Lernen: Mit jeder Iteration (z.b. ein Scrum Sprint) muss auch das Ziel verfolgt werden, dass die eigenen Markt- / Produkt-Annahmen kritisch hinterfragt und getestet werden.

4. Build-Measure-Learn: Erst wenn Annahmen validiert wurden, werden diese entweder weiter verfolgt / optimiert oder auch verworfen wenn man diese falsifiziert hat. Das wiederholt man stets im Zyklus und versucht mit jeder Iteration schneller zu werden. In anderen Worten zusammengefasst: Continuous delivery, Continuous learning und Continuous improvement.

5. Innovation Accounting: Seinen eigenen Fortschritt messen, nachverfolgen und ggf. die Strategie ändern (Pivot).

 

Deva: An wen richtet sich Dein Workshop? Sollte ich schon an einem eigenen Produkt arbeiten oder kann ich auch mit der bloßen Idee für eine Produkt teilnehmen?

Taner: Für beide Gruppen ist eine Teilnahme sinnvoll.

 

Vielen Dank für das Interview, Taner. Wir freuen uns auf den Workshop mit Dir!

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