Bildrechte

Urheber- & Persönlichkeitsrecht

Ein Unternehmen ohne Fotos? Das gibt es nicht. Doch werden Bilder häufig gedankenlos und ohne rechtliche Grundlage aus dem Internet kopiert. Wir haben mit Dr. Christian Rauda, Partner der Medienrechtskanzlei GRAEF Rechtsanwälte, im Interview darüber geredet, wo man das richtige Bildmaterial findet und wie man sich vor teuren Rechtsverletzungen schützen kann. In dem Workshop ‚Bildrechte‚ werdet ihr tiefer in das Thema einsteigen und anhand von Beispielen ein sicheres Verständnis für den rechtlichen Umgang mit Bildern erlangen.

 

Miriam (betahaus Academy): Wieso ist der richtige Umgang mit Bildern für Unternehmen so wichtig?

Christian: Fotos sind wichtig, niemand kommt ohne sie aus. Früher war es nicht einfach an hochwertige und hochauflösende Fotos zu gelangen. Das Internet hat das radikal geändert. Allein über die Google-Bildersuche hat man Zugang zu Milliarden von Fotos (angeblich über 10 Milliarden). Dies führt in Unternehmen zu einem gedankenlosen Umgang. Viele denken sich: Was in der Google-Bildersuche auftaucht, kann man bedenkenlos und ohne zu fragen verwenden. Ein Trugschluss, der teuer werden kann.

 

Miriam: Wie hat sich der Umgang mit Bildern durch die sozialen Netzwerke verändert und stellt für Unternehmen eine Challenge dar?

Christian: Soziale Netzwerke leben durch das „Teilen“ (also kopieren) und verbreiten von Inhalten, darunter auch Fotos. Die meisten dieser Inhalte stammen nicht von demjenigen, der sie postet oder teilt. Da soziale Netzwerke „Spass“ machen (sollen), denkt man über rechtliche Rahmenbedingungen kaum nach. Quellenangaben sieht man zum Beispiel sehr selten.

 

Miriam: Wie kann ich mich vor ungewollten Rechtsverletzungen grundsätzlich schützen?

Christian: Je genauer ich die Quelle kenne, aus der das Foto stammt, umso besser kann ich einschätzen, ob man damit Rechte Dritter verletzen könnte.

 

Miriam: Ist die korrekte Bildnutzung mit viel Aufwand und Kosten verbunden?

Christian: Alles, worüber ich mir Gedanken machen muss, kostet natürlich Zeit. Dies gilt auch für Dokumentation, z.B. festzuhalten, aus welcher Quelle ein Foto stammt und in welchem Rahmen die Nutzung erlaubt ist. Am Ende ist es wie im Straßenverkehr: Wenn ich an roten Ampeln stehen bleibe, komme ich langsamer ins Ziel als wenn ich rücksichtslos durch die Stadt rase. Aber eben auch sicherer.

 

Miriam: Welche Bildbeschaffungs-Möglichkeiten gibt es und wo treten eventuell Fallen auf?

Christian: Es gibt z.B. Bildagenturen, Webseiten von Fotografen und Portale im Internet. Wichtig ist, dass man hier das Kleingedruckte aufmerksam liest. Das gilt auch für creative commons Lizenzen. Sobald man nämlich die Rahmenbedingungen der Lizenz verletzt, wird man zum unrechtmäßigen Benutzer und schuldet Unterlassung und Schadensersatz, obwohl man dachte, eigentlich alles richtig gemacht zu haben.

 

Vielen Dank für das Interview, Christian! Wir freuen uns auf den Workshop mit Dir!

 

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